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Neue Masche: Finanz- und Warenagent

Münzen mit einem Esel darauf
Neue Masche: Finanz- und Warenagent
Es klingt verlockend: Ein Unternehmen sucht Mitarbeiter, die als „Finanzagenten“ oder „Account-Manager“ Überweisungen für die Firma von ihrem eigenen Konto aus tätigen. Dafür gibt’s eine großzügige Provision. Doch, wer sich auf den Deal einlässt, kann sich strafbar machen.

Mit attraktiven Stellenangeboten locken die Kriminellen hauptsächlich im Internet immer wieder Opfer, die als „Money Mules“, übersetzt „Geldesel“, benutzt werden. Lassen Sie sich jedoch nicht von der Aufmachung täuschen! Die Internetseiten dubioser Anbieter sind hochprofessionell aufbereitet. Hinweise, wie ein fehlerhaftes Impressum oder kostenlose E-Mail-Adressen, sind bereits erste Alarmgeber. Hintermänner dieser kriminellen Strukturen haben ihren Sitz oft auf Zypern oder im Osten Europas, die die Gelder schließlich über mehrere Banken in Europa transferieren. Auch der "Umtausch" in eine Kryptowährung ist keine Seltenheit, um den Weg des Geldes zu verschleiern.

Die Masche „Finanzagent“

Die Personen sollen nach der Werbung z.B. über ihre eigenen Bankkonten oder eigens dafür einzurichtenden Konten bei Online-Banken Gelder empfangen, abheben und diese per Postsendungen, mit Hilfe eines Geldtransfer-Services oder anderweitig ins Ausland weiterleiten. Auch ein Wechsel der Vermögenswerte in eine Kryptowährung wie Bitcoins wird immer öfter verlangt. Als Gegenleistung winkt eine Provision. Neuerdings werden die Online-konten von den Tätern sogar komplett übernommen.

Die Gelder, die auf das Konto der Finanzagenten überwiesenen wurden, stammen von Personen, die selbst Opfer eines Betruges geworden sind. Wenn diese Personen merken, dass ihr Geld nicht dort angekommen ist, wo es ursprünglich hin sollte, widerrufen sie ihre ursprüngliche Überweisung.

Da die Finanzagenten die Geldbeträge dieser Opfer aber bereits weiter überwiesen haben, bleiben sie auf dem Schaden, der durch das widerrufene Geld auf ihren Konten entstanden ist, sitzen. Die Finanzagenten werden aber nicht nur um ihr eigenes Geld gebracht, sie erwartet auch eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Geldwäsche.

Die Masche „Warenagent“

Zum Teil über Internet, über seriös wirkende Seiten oder gezielt über entsprechende Plattformen angesprochen, erhalten Arbeitssuchende einen Arbeitsvertrag, als „Paketagent“ oder „Warenagent“. So gelangen die Betrüger an die Personaldaten, mit denen dann bei Onlinehändlern Kundenkonten eingerichtet werden.

Bestellungen, die mittels ergaunerter Kreditkartendaten bezahlt werden, nimmt der „Warenagent“ entgegen, etikettiert sie um und versendet sie ins Ausland weiter. Gesteuert wird der “Warenagent” über eine dafür eingerichtete Internetseite, auf die er mit Benutzername und Passwort zugreift. Hier werden ihm auch bereits bezahlte und adressierte Paketmarken zur Verfügung gestellt.

Präventionstipps:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn Ihnen leicht verdientes Geld versprochen wird.
  • Wenn Sie eine verdächtige E-Mail erhalten haben, antworten Sie nicht und klicken Sie auf keinen Link. Geben Sie Ihre Kontodaten nicht weiter.
  • Stellen Sie keiner fremden Firma Ihre Adresse oder Ihr Konto für Geschäfte zur Verfügung.
  • Wenn Sie glauben, in einen Finanzagenten-Betrug verwickelt worden zu sein, stellen Sie sofort die Geldüberweisungen oder Paketzustellungen ein. Benachrichtigen Sie Ihre Bank, den Transaktions-Dienstleister und die Polizei.
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