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Krefelder Tag der Eigensicherung 2018

Bild zum Tag der Eigensicherung
Krefelder Tag der Eigensicherung 2018
Innenminister Herbert Reul eröffnete am Freitag, 14. September 2018, einen Aktionstag im Polizeipräsidium Krefeld zum Schutz vor besonderen Gefahren im alltäglichen Dienst von Polizeibeamten - den Tag der Eigensicherung.

Weil ihm das Thema wichtig ist und auch persönlich auf dem Herzen liegt, übernahm Innenminister Herbert Reul nicht nur die Schirmherrschaft der Veranstaltung, sondern begrüßte gemeinsam mit Krefelds Polizeipräsident Rainer Furth auch die Gäste in Krefeld. „Jeder verletzte Beamte ist einer zu viel. Umso mehr freut es mich, dass die Polizei Krefeld das Thema Eigensicherung zur Chefsache erklärt hat. Wir wollen, dass am Ende des Tages alle Kolleginnen und Kollegen sicher nach Hause kommen. Dafür müssen wir aber auch die Grundlagen schaffen“, so der Minister, der unter den Besuchern auch den Inspekteur der Polizei Bernd Heinen begrüßte.

 

Rund 400 Beamte aus ganz NRW waren der Einladung in die Seidenstadt gefolgt - das bedeutete „volles Haus“ und ermöglichte jede Menge Gespräche zwischen den verschiedenen Beteiligten. Und genau das war auch ein Ziel der Veranstaltung, wie Marc Boersch erzählt: „Egal ob ADAC, Chemieunternehmen, die Feuerwehr, Stadtwerke, die Wasserschutz- oder die Autobahnpolizei - wir haben es im Einsatz mit den unterschiedlichsten Institutionen und Behörden zu tun. Den Tag heute wollen wir nutzen, um Erfahrungen auszutauschen. Dabei haben wir ein gemeinsames Ziel: Jeder Beamte soll im Einsatz auch bei ungewohnten Situationen handlungssicher sein“, so der Polizeihauptkommissar, der als Mitarbeiter der Fortbildungsstelle in Krefeld maßgeblich für die Initiative und Organisation des Termins mit verantwortlich war.

 

Von „Gelben Engeln“, gefährlichen Tieren, Robotern und James Bond

 

An 20 Informationsständen zeigten die eingeladenen Behörden und Institutionen, worauf es in brenzligen Situationen ankommt und wie man sich Hilfe verschafft. Besonders anschaulich präsentierte beispielsweise der ADAC, wie man sich oder andere aus einem umgestürzten Auto befreit. Dazu waren die „Gelben Engel“ eigens mit einem Überschlagssimulator angereist. Ein paar Meter weiter sorgte die Werksfeuerwehr des Chemieunternehmens Currenta für jede Menge „laute Knaller“. Mit einem Roboter demonstrierten sie, wie sich gefährliche oder unter Druck stehende Fässer öffnen lassen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

 

Sich selbst nicht in Gefahr bringen - das war auch Thema einer Vorführung der Diensthundeführer der Polizei Krefeld: „Viele von Euch haben es im Einsatz selbst schon erlebt und sind von einem aggressiven Hund bedroht worden. Unser Tipp, wenn der Hund Euch wirklich angreift: Gebt ihm etwas, worin er sich verbeißen kann, zum Beispiel Eure Jacke. Dann könnt ihr den Hund damit in einen Raum oder ins Auto ziehen und vorübergehend einsperren“, sagt Diensthundeführer Mike Brauer aus Krefeld.

 

Sehr anschaulich erklärte auch die Autobahnpolizei Dortmund, wie man sich selbst bei Einsätzen auf der Autobahn nicht in Gefahr bringt. „Die Kollegen aus den Kreispolizeibehörden sind immer wieder auch an Einsätzen auf der Autobahn beteiligt. Mit ein paar einfachen Tricks bringt man sich nicht in Gefahr“, sagt Ralf Lindemann von der Autobahnpolizei Dortmund. „Dazu zählt unter anderem, dass man auf der richtigen Fahrbahnseite aussteigt, um nicht plötzlich im fließenden Autobahnverkehr zu stehen“, so der Polizeihauptkommissar.

 

„James Bond-Feeling“ kam beim „Tag der Eigensicherung“ auch auf - zumindest am Stand des LKA, das selbst gebaute und speziell getarnte Waffen präsentierte. Da war neben der Schusswaffe im Spazierstock oder Kugelschreiber unter anderem auch eine Kartoffelkanone oder das Klappmesser im Bücherrücken zu sehen. Gerade vor der Gefahr durch selbst hergestellte Stichwaffen, wie angespitzte Zahnbürsten, warnten die Experten des Landeskriminalamts ausgiebig.

 

„Nur wer die Gefahr kennt, weiß, wie man sich davor schützt“

 

„Wenn Kolleginnen und Kollegen in Gefahr geraten, dann oftmals unerwartet - eben dann, wenn sie eigentlich mit einem Routineeinsatz rechnen. Unsere Aufgabe ist es, diese Gefahren so klein wie möglich zu halten. Daher müssen wir immer wieder darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, an seine Eigensicherung zu denken und zu verinnerlichen, worauf es ankommt“, begründet Krefelds Polizeipräsident Rainer Furth den „Tag der Eigensicherung“ in seiner Behörde.

 

Auch die Tatsache, dass die neue Landesregierung beispielsweise mit Medipacks, neuen Schutzwesten, ballistischen Helmen oder den neuen Autos, die gerade erprobt wurden, auf technische Aufrüstung setzt, kommt bei dem Krefelder Polizeipräsidenten gut an: „Nur wer die Gefahren kennt, weiß um den Bedarf und kann sich schützen“, so Rainer Furth.